Motorradreifen Profiltiefe – Vorschriften + Wissenswertes

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Motorradreifen Profiltiefe Vorschriften

Nur ein guter Motorradreifen garantiert eine sichere und gute Fahrt. Dabei spielt auch die Motorradreifen Profiltiefe eine sehr wichtige Rolle. Nicht nur in Hinsicht auf die Sicherheit, sondern auch bezüglich des Strafmaß. Ist nicht mehr genügend Profiltiefe gegeben, so handeln Sie gegen die StVZO. In diesem Ratgeber verraten wir Ihnen alles wichtige über die Profiltiefe beim Motorrad.

Motorradreifen Profiltiefe – Deshalb ist sie wichtig

Die Profiltiefe spielt bei jedem Reifen eine wichtige Rolle. Bei einem Motorrad eine noch viel größere wie beim Auto. Das Profil eines Motorradreifens lässt den Motorradfahrer auch auf nasser Fahrbahn sicher vorankommen. Vor allem in Kurven muss sich der Motorradfahrer auf den Gip seiner Reifen verlassen können. Ist nicht mehr genügend Profiltiefe vorhanden, so lässt die Stabilität nach und das Motorrad kommt schneller ins Rutschen/Fallen.

Sowohl beim Vorder- aber auch beim Hinterreifen spielt das Profil eine wichtige Rolle. Der Hinterreifen sorgt für eine kraftvolle Traktion, der Vorderreifen für eine gute Übertragung der Lenkkräfte. Je weniger Profil, desto unkontrollierbarer und unstabiler wird das Motorrad.

Motorradreifen Profiltiefe Aufgabe

Auf Rennstrecke kein Profil nötig?

Anders sieht es hingegen auf der Rennstrecke aus. Hierfür bieten Hersteller spezielle Reifen an, welche teils über kein Profil verfügen. Diese Art der Reifen nennt man Slicks. Zudem handelt es sich auf der Rennstrecke um einen Spezialasphalt, welcher zusätzlich für Grip sorgt. Aus diesem Grund wird hierfür nicht zwingend ein Profil benötigt.

ACHTUNG! Spezielle Reifen für die Rennstrecke sind völlig anders aufgebaut als z.B ein Sporttourer-Reifen. Das bedeutet nicht, dass Sie mit einem abgefahrenen Sportreifen anschließend problemlos auf der Rennstrecke fahren können.

Um auch auf der Rennstrecke sicher unterwegs zu sein muss der Reifen zusätzlich auf Temperatur gebracht werden. Ein kalter Reifen ist rutschig und das Handling ist nicht gut. Aus diesem Grund verwenden nahezu alle vor dem Start auch sog. Reifenwärmer.

Reifenwärmer für die Rennstrecke

Aquaplaning beim Motorrad

Das Profil des Reifen ist so ausgelegt, dass es das Wasser, welches sich auf der Straße befindet nach außen trägt und somit für Kontakt zum Asphalt sorgt. Ist zu wenig Profiltiefe gegeben kann der Reifen das Wasser nicht mehr abweisen und es entsteht kein Kontakt zum Asphalt mehr. In diesem Fall spricht man von Aquaplaning.

Aquaplaning erklärt:

Aquaplaning bezeichnet das Aufschwimmen des Reifens auf dem Wasserfilm einer nassen Fahrbahn. In diesem Fall schiebt sich ein Wasserkeil unter die Reifenaufstandsfläche und führt damit zum Verlust der Haftung. Im Moment des Aquaplanings können keine Führungs- und Bremskräfte auf die Fahrbahn übertragen werden. Das Fahrzeug kann infolgedessen ins Schleudern geraten. Besonders schnell geht das mit einem Motorrad. Die Folgen sind fatal…

Aquaplaning beim Motorrad

Motorradreifen abgefahren Strafe

Ist nicht mehr genügend Profiltiefe vorhanden und Sie kommen in eine Polizeikontrolle, so erwartet Sie ein Bußgeld. Die regelmäßige Kontrolle ist daher besonders wichtig und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Werden Sie mit abgefahrenen Reifen im Straßenverkehr ohne eine Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer angehalten, drohen Ihnen 50 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Das gilt für Sie als Fahrer. Der Halter des Fahrzeugs, wenn Sie nicht in Ihrem eigenem Motorrad unterwegs sind, muss mit 75 Euro Bußgeld und ebenfalls einem Punkt rechnen.

Damit aber noch nicht genug. Neben den Bußgeldern und Punkten in Flensburg erwarten Sie auch noch weitere Konsequenzen. Besonders im Falle eines Unfalls müssen Sie damit rechnen, dass Ihnen eine größere Schuld zugesprochen wird. Sie sind mit einem nicht verkehrssicheren Motorrad unterwegs gewesen und müssen dadurch oftmals die Kosten tragen. Zudem haben geschädigte Personen Ihnen gegenüber noch einen Regressanspruch.

Welche Profiltiefe beim Motorrad?

Der Profilindikator gibt oft eine Profiltiefe von 0,8 mm vor – in Deutschland müssen die Reifen an einem Motorrad aber mindestens die doppelte Restprofiltiefe aufweisen. Die Beachtung der gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 mm ist wichtig, will der Motorradfahrer bei einem Unfall keine Mitschuld angelastet bekommen. Experten empfehlen bei schwierigen Wetterbedingungen (besonders bei Winterfahrten) sogar eine Profiltiefe von mindestens 4 mm.

Experten, aber auch wir empfehlen, dass Sie bei einer Profiltiefe von unter 2,00mm die Reifen wechseln sollten. Hier geht es schließlich um Ihre Sicherheit!

Wo die Profiltiefe am Motorradreifen messen?

§ 36 Abs. 2 StVZO gibt an, dass das Hauptprofil am ganzen Umfang eine Profiltiefe von min. 1,6 mm aufweisen muss. Als Hauptprofil werden die breiten Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche gemeint – genauer 3/4 der Lauffläche im mittleren Bereich. Die Ränder der Laufflächen (je 1/8) sind hier nicht ausschlaggebend. Im Zweifelsfall Maßband anlegen und die 3/4 der mittleren Lauffläche exakt bestimmen.

Profiltiefe am Motorradreifen messen

Das Alter der Reifen

Viele verlassen sich lediglich auf die Mindestprofiltiefe, vernachlässigen aber die Kontrolle des Alters. Auch wenn noch genügend Profil vorhanden ist, der Reifen aber zu alt ist, kann es zu einem vorzeitigen Fahrzeugsverlust kommen. Das Thema ist etwas umfangreicher, weshalb wir einen ausführlichen Beitrag darüber verfasst habe. Lesen Sie sich diesen am besten kurz durch.

Haben Sie schon schlechte Erfahrungen bezüglich nicht vorhandener Profiltiefe gemacht? Falls ja, hinterlassen Sie uns doch einen Kommentar mit Ihrer Geschichte.

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